Meinung # 08

„Die Bäume an der Brücke sind aber doch nicht zu halten, wenn die Brücke gebaut wird. Oder doch?“

Wenn die Brü­cke so gebaut wird, wie sie jetzt geplant ist, dann kann man die Bäume tat­säch­lich nicht erhal­ten. Das wäre dann aber auch das Ein­ge­ständ­nis, dass man sie von Anfang an nicht behal­ten wollte. Denn wenn ich Einem den Boden unter den Füßen weg­ziehe, dann fällt der.

Das geht übri­gens auch den Men­schen so.

Aber man kann sich ja auch etwas zurück­neh­men. Oder eine Brü­cke. Man kann eine schöne Brü­cke bauen, die sich von den auf­recht ste­hen­den Bäu­men zurück­zieht und mit den alten Wider­la­gern fol­gen­des macht: Nichts. Dann pas­siert den alten Bäu­men fol­gen­des: Nichts. Und im Gegen­zug kann man auch etwas vor­zie­hen. Näm­lich die neuen Wider­la­ger. Die kann man vor die alten bauen. Das geht, wenn man nur will. Das ergäbe eine im bes­ten Sinne trag­fä­hige Lösung, mit der neben­bei auch die Was­ser­be­hörde gut leben könnte, die keine Ein­en­gung des Gewäs­ser­quer­schnit­tes möchte. Wegen der Flüs­sig­keit, schon klar. Geht klar - denn die über­flüs­si­gen Mit­tel­pfei­ler wer­den ver­schwin­den. Ein­fa­che Rech­nung: 1–1+1 = 1. Und man kann mit den heu­ti­gen tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten durch­aus auch Bäume bei und nach Bau­maß­nah­men in unmit­tel­ba­rer Nähe wirk­sam schüt­zen (Stich­wort Wur­zel­vor­hang). Das geht auch, wenn man nur will. Wenn die Brü­cke schma­ler wird, brau­chen toter Beton und Stahl weni­ger Geld und las­sen für das leben­dige Holz nebenan noch etwas übrig. Und die Bäume dan­ken es mit Luft und Schatten.

 Und ste­hen die­sem Ort an Ort und Stelle ein­fach gut.