Meinung # 07

„Das ist doch alles nicht so schlimm. Soviel Theater wegen ein paar Bäumen?“

 

 

Das haben ein paar Leute damals, als es um die 140jährigen Kas­ta­nien im Vene­dig ging, auch gesagt. Und ein paar Fach­leute behaup­te­ten wei­ter­hin, dass die Bäume sowieso umfal­len wür­den, wenn die Beton­mauer saniert würde.

Das beste Argu­ment gegen diese bei­den ein­fa­chen Sätze ist unse­rer Mei­nung nach, ein­fach mal ins Vene­dig zu gehen. Und sich vor­zu­stel­len, wie es dort jetzt aus­sähe ohne diese gro­ßen schö­nen alten Bäume auf der Insel. Die jetzt erstaun­li­cher­weise immer noch tadel­los ste­hen. Zum Erstau­nen der Fach­leute natür­lich nur.

Noch mal ganz ernsthaft:

Erfurt ist eine schöne Stadt. Eine grüne ist sie nicht. Das bele­gen einer­seits Studien:

» Stu­die von Comm­di­rekt (2012)

» Stu­die von Men’s Health (2007)

Ande­rer­seits ver­trauen wir auch hier wie­der auf unse­ren gesun­den Men­schen­ver­stand. Und den trauen wir auch allen Ande­ren zu. Eigentlich.

So schön, wie Erfurt ist bzw. emp­fun­den wird, so dra­ma­tisch ist der Umgang mit alten Baum­be­stän­den in unse­rer Stadt. Dabei gibt es eine Baum­schutz­sat­zung, die im Text nicht kon­se­quen­ter sein könnte. Auch das Wis­sen über die enorme Bedeu­tung von Stadt­grün für Luft, Klima und Wohl­be­fin­den der Men­schen darf bei den meis­ten Erfur­tern vor­aus­ge­setzt wer­den. Aber wie wird tat­säch­lich mit alten Baum­be­stän­den umgegangen?

Die dicht bebaute Innen­stadt, glück­li­cher­weise im zwei­ten Welt­krieg kaum zer­stört, wurde in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nicht nur schön saniert, son­dern durch maxi­male Lücken­be­bau­ung auch von vie­len alten Bäu­men „befreit“. Dafür beka­men wir gerade in der Innen­stadt mehr Autos, mehr Ver­kehr und schlech­tere Luft.“