Meinung # 03

„Wurde die Öffentlichkeit und die betroffenen Bürger dem Vorhaben gemäß und angemessen beteiligt?

Die Ergeb­nisse des Ent­wurfs­wett­be­werbs waren zwar für ca. zwei Wochen öffent­lich zu besich­ti­gen. Es han­delte sich um Ent­würfe, die ledig­lich als Grund­lage für eine wei­tere Pla­nung die­nen. Die Pla­ner selbst spre­chen bei die­sen Ansich­ten von „optisch opti­mier­ten“ Bildern.

Etwas kla­rer aus­ge­drückt, kann man von einer optisch opti­mier­ten Täu­schung spre­chen: Im jetzt zur Umset­zung bestimm­ten Ent­wurf sind bei­spiels­weise große Bäume auf der Insel zu sehen, obwohl die­ser Ent­wurf von der „Ent­fer­nung“ (Aus­sage Herr Span­gen­berg, Beige­ord­ne­ter für Stadt­ent­wick­lung, Bau und Ver­kehr) des gesam­ten vor­han­de­nen Baum­be­stan­des ausgeht.

Das eigent­li­che Pla­nungs­er­geb­nis, wurde zu kei­nem Zeit­punkt öffent­lich aus­ge­legt, son­dern war ledig­lich in einer klei­nen und für den Nor­mal­bür­ger schwer zu lesen­den Skiz­zie­rung im Amts­blatt abge­druckt. Eine dar­über hin­aus­ge­hende Infor­ma­tion der Erfur­ter Bür­ger zu einem so wich­ti­gen Pro­jekt im Her­zen der Stadt erfolgte nicht.

Offen­bar hat die Stadt­ver­wal­tung aus der gro­ßen Anteil­nahme und den öffent­li­chen Wil­lens­bil­dungs­pro­zes­sen zum Hirsch­gar­ten und zu den Bäu­men im Vene­dig nicht gelernt.

Die ein­zige Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung zur Rat­haus­brü­cke fand am 15.12.2014 nach gro­ßem öffent­li­chem Druck auf die Stadt­ver­wal­tung statt. Vor 170 teil­neh­men­den Bür­gern teilte der Lei­ter des Tief­bau– und Ver­kehrs­am­tes Herr Reint­jes mit, dass „keine Mög­lich­keit bestehe, an dem vor­lie­gen­den Pro­jek­t­ab­lauf noch etwas zu ändern, weil die Pla­nung abge­schlos­sen sei“.